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Das Einfahren
Es steht also ein nigel Nagel neuer Zweitakter in deiner
Garage und du willst zur ersten Testfahrt antreten. Doch
dem sofortigem Fahrspaß steht noch eins im Wege: Das
Einfahren! Nachdem neue Teile in einem Motor eingebaut wurden,
müssen diese eingefahren werden. Dazu zählt halt
vor allem ein komplett neuer Motor. Eine ruhige und ausreichende
Einlaufphase verspricht eine höhere Lebensdauer des
betreffenden Teils. Vor allem Zylinder, Kolben und Kolbenringe
müssen nach einem Austausch eingefahren werden. Unter
Einfahren versteht man allgemein, ein langsames Gewöhnen
an hohe Belastungen.
Was passiert nun beim Einfahren und wieso ist es nötig?
Teile aus Metall haben zwangsweise eine leicht angeraute
Oberfläche. Meist so leicht, dass es für den Menschen
als völlig Glatt empfunden wird. Die Unreinheiten der
Oberflächen von Zylinder und Kolbenring, können
kleine Riefen in die Beschichtung des Zylinders „kratzen“.
Durch die Reibung der Kolbenringe an der Zylinderbeschichtung
verschwinden diese Unebenheiten der Oberflächen nach
einiger Zeit, die Beschädigung in der Beschichtung
bleibt jedoch und diese kann später zu einem Kolbenklemmer
oder vergleichbaren Schäden führen.
Es gilt also, den Motor so lange nicht stark zu belasten,
bis die Unebenheiten beseitigt sind.
Nachfolgend eine kurze Anleitung zum einfahren.
- Schritt 1 – 5 werden nicht unter Volllast / Vollgas
gefahren.
1. Einlaufen im Stand:
- Den Motor ca. 5 Minuten bei Standgas laufen lassen
- Weitere 5 Minuten immer für kurze Zeit bis 5000 U/min
hochdrehen
2. 0 – 100km:
- Die ersten 100km sollte permanent nicht über 5000
U/min gedreht werden
3. 100 – 150 km:
- Weiterhin mit einer Drehzahl von max. 5000 U/min fahren
- Ab und zu kurze Drehzahlerhöhungen bis 7000 U/min
4. 150 – 200 km:
- max. Drehzahl von 7000 U/min
- Ab und zu kurze Drehzahlerhöhungen bis 9000 U/min
5. 200 – 250 km:
- max. Drehzahl von 8000 U/min
- Ab und zu kurze Drehzahlerhöhungen bis 10.000 U/min
6. 250 – 500 km:
- max. Drehzahl von 8000 U/min
- Ab und zu kurze Drehzahlerhöhungen bis 10.000 U/min
unter Volllast / Vollgas.
Nach 500km sollten die Unebenheiten der reibenden Teile
verschwunden bzw. stark vermindert sein.
Ganz wichtig in der Einfahrphase ist ein gutes Vergasersetup.
Die Bedüsung sollte etwas fetter als optimal gewählt
werden.
Dem Absoluten Fahrspaß eines zwei Takters steht nach
diesen 500 km so gut wie nichts mehr im Wege.
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